kmk for.mat Mathematik

Fach Mathematik
 
5.3    Zusammenarbeit in der Fachgruppe
   

"Das Gespräch unter Kollegen ist bereits Fortbildung" formuliert Prof. Dr. Elmar Tenorth, Erziehungswissenschaftler. Humboldt-Universität Berlin, bei der Eröffnungsveranstaltung des Projekts MathematikAndersMachen, in Berlin, Februar 2007 und fügte schmunzelnd hinzu, dass diese Fortbildungsart nicht die schlechteste sei, vorausgesetzt, der Gesprächsstoff ist wesentlich bestimmt durch die Fachlichkeit bzw. die pädagogischen Aspekte im Schulalltag.

Andere Schulentwickler (H. Rolff u.a.) benutzen schon seit Jahren den Begriff des "Schlafenden Riesens" Fachgruppe und müssen feststellen, dass an zu vielen Schulen dieser Riese immer noch dahindöst.

Das vorhandene Potenzial in der Fachgruppe kommt nicht zur Geltung, weil der Schulalltag immer noch von den Einzelkämpfern gestaltet wird, die hinter verschlossener Klassenzimmertüre, mit großen und weniger großen Erfolgen unterrichten. Eine Beratung durch Kollegen jedoch nicht als Chance zur persönlichen und unterrichtlichen Weiterentwicklung sehen.

Die Materialien dieses Kapitels sollen möglichst alle Teilnehmer anregen, die Fachgruppenarbeit interessant, arbeitserleichternd, befriedigend und freudvoll zu gestalten. Auch der Spaß muss nicht ausgeschlossen werden. Die Gestaltungsverantwortung darf jedoch nicht alleine bei dem/r Leiter/in liegen, der im beigefügten Material Hilfen und Unterstützung finden kann.

Beispielhaft werden im Teil 1 Wege aufgezeigt, die die Hindernisse für die Zusammenarbeit, z.B. der reale individuelle Arbeitszeitverlust durch ziellose Gespräche in der Gruppe, umgehen indem Methoden aufgezeigt und beschrieben werden, die eine Kooperation fördern und damit praktische Schritte ermöglicht auf dem Weg zur "Professionellen Lerngemeinschaft" (s.a. x.y, Fachgruppen als Professionelle Lerngemeinschaften). Im Teil 2 werden beispielhaft Methoden beschrieben, die sich an der Fachlichkeit orientieren.

Wichtig: Die professionelle Lerngemeinschaft entwickelt sich und wirkt auch außerhalb der Fachgruppensitzungen, aber nicht als isolierter Selbstläufer.

Aufeinander zu gehen und das oben beschriebene fortbildende Gespräch unter Kollegen und Kolleginnen muss zur Selbstverständlichkeit werden, dann wird die Arbeit in einer Schule für alle positiv erlebbar in einer von der Schulgemeinschaft selbst gestalteten Lernkulturlandschaft.

     
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 5.3.1     Kollegiale Zusammenarbeit
     
       

"Was macht Fortbildungen für Lehrkräfte erfolgreich?
Am wenigsten effektiv waren nach Ansicht der Lehrerinnen und Lehrer herkömmliche Lehrerfortbildungen und Workshops, am effektivsten dagegen eigene Erfahrungen im Klassenzimmer, (verbunden mit) Kooperationen mit Kolleginnen und Kollegen sowie Bobachtung anderer Lehrkräfte." (Prof. Dr. Frank Lipowsky, Institut für Erziehungswissenschaften, Universität Kassel)
Auch im SINUS-Projekt wurde die Möglichkeit zur Kooperation als bedeutsames Merkmal für erfolgreiche Weiterentwicklungen bestätigt. Diese Kooperation ist weiter zu entwickeln und innerhalb der Fachgruppe einer Schule (formal) gut organisierbar.

Grundlagen und Anregungen für eine

werden aufgezeigt, die Mut machen sich diesem nicht leichten Kooperationselement diskursiv nähern zu können um das Potenzial der Fortbildungsmöglichkeit und Unterrichtsentwicklung das in dieser Methode steckt zu nutzen. Leider erschweren die häufig negativen Erfahrungen in den Ausbildungsphasen (dort u.a. Prüfungshospitationen oder ähnlich subjektiv erlebte Unterrichtsbesuche).

Eine

befindet sich bereits auf dem Weg zur professionellen Lerngemeinschaft. Beispielhafte Aspekte von fachlich inhaltlichen Vorhaben und die Kooperation stützenden Maßnahmen werden kurz beschrieben, die die Diskussion über Umsetzung sowie Einbindung der Erfahrungen in die Unterrichtsentwicklung auslösen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind i.d.R. bekannt. Hier soll Mut gemacht werden diese auch durchzuführen, um einerseits eine anregende Arbeitsphase in der Fachgruppe zu erleben und andererseits auch Anstöße zu erhalten für außerschulische Lernphasen der Schüler und Schülerinnen.

Für eine wünschenswerte

werden Anstöße aufgezeigt, auch das Beispiel einer längerfristigen Planung für den Umgang mit entwickelten Konzepten und Materialien, die der auch punktuell ausgelösten Freude an der Mathematik nicht im Weg steht, sie sogar als "Brennstoff" für eine nachhaltige Unterrichtsentwicklung durch die Zusammenarbeit in der Fachgruppe benötigt. Die Entwicklungsspirale regt an zur Reflexion und Spiegelung der jeweiligen erreichten Ziele sowie der erlebten und zu planenden Arbeitsphasen.

     
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 5.3.2     Fachlich orientierte Zusammenarbeit
     
       

In dem Abschnitt

sind beispielhaft unterschiedliche Matrizen aufgeführt (s.a. x.y). Die unterschiedlichen Formen weisen auf vielfältige Nutzungsmöglichkeiten hin. Sie dienen als Moderationsmittel für die inhaltliche Diskussion in der Fachgruppe und zwingen die Teilnehmer den Aspekt Kompetenz immer wieder zu reflektieren. Eine einmal erstellte Matrix ist für die jeweilige Arbeitsgruppe aussagekräftig, i.d.R. jedoch ist sie kein Informationspapier dessen Information automatisch auf andere Fachgruppen übertragbar wäre. Der Erarbeitungsprozess der Matrix ist der eigentliche Lernprozess für alle Teilnehmer. Hierbei wird die Konsensfähigkeit und das zugrunde gelegte Kriterien-muster der Fachgruppe regelmäßig überprüft

Mit der

wird eine Methode beispielhaft erklärt, die die Diagnose einer zu untersuchenden Aufgabe -immer auf der Grundlage der Adressateneigenschaften- nach unterschiedlichen Kriterien ermöglicht. Damit wird verhindert, zumindest eine Sensibilität entwickelt, die verhindern soll, dass verstärkt Aufgaben eines bestimmten Typs den Schwerpunkt der Unterrichtsgestaltung bilden und damit der Unterricht der normalen Heterogenität von Schulklassen nicht immer gerecht wird. Dies ist auch im Hinblick auf die Entwicklung von Arbeitsplänen bedeutsam.

Die

soll helfen die Diagnosefähigkeit der Lehrkräfte, aber auch die Selbstdiagnosefähig-keit der Schüler und Schülerinnen zu überprüfen und weiter zu entwickeln. Die Bestätigung oder Fehleinschätzungen von Leistungen und Fähigkeiten ist eine wichtige Voraussetzung um angemessen und individuell zu fördern.

In den

wird der Vergleich mit einer großen Gruppe gleichaltriger Schüler in gleichen oder anderen Bildungssystemen möglich und ermöglicht damit ebenfalls eine erste Schwäche-Stärke-Diagnose, die je nach erstem Richtungsergebnis weitere diagnostische und fördernde Maßnahmen für den individuellen Schüler ermöglicht, in sehr begrenztem Umfang ist auch ein Vergleich von Unterrichtsgruppen möglich.

     
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