kmk for.mat Beratung

3. Kompetenzprofil
 
  3.1    Kompetenzprofil: Beraterin und Berater
 für Unterrichtsentwicklung

Die zu erwerbenden Kompetenzen der Beraterinnen und Berater für Unterrichtsentwicklung sind eng geknüpft an die von Lehrerinnen und Lehrern. Beratungspersonen sind nach diesem Verständnis erfahrende, kompetente Lehrkräfte mit zusätzlichen Qualifikationen. Die im vorherigen Kapitel entwickelten Aufgabenfelder für Beraterinnen und Berater bilden die Grundlage für diese Erweiterungen.
Dabei sind diese notwendigen Qualifikationen als Kompetenzen formuliert - das heißt, sie sind auf den Kompetenzbegriff der Bildungsstandards11 bezogen und so auf das Können von Beraterinnen und Beratern gerichtet. In diesem Kontext einer Kompetenz zum Handeln ist die Verbindung von Wissen mit Handeln besonders wichtig12, was sich auch im Aufbau der Kompetenzmatrix für Beraterinnen und Berater abbildet.
Zur besseren Übersichtlichkeit und um die Vielfalt der Anforderungen darzustellen, sind nachfolgend die von der Autorengruppe erstellten Kompetenzen für die Arbeit von Beraterinnen und Beratern nicht als Liste, sondern als Matrix mit den Dimensionen "Wissen" und "Handlungen" angeordnet.

Die Dimension "Wissen" bezieht sich auf die oben erläuterten Aufgabenfelder der Tätigkeiten von Beraterinnen und Berater. Als Gliederung des Wissensbereichs dienen vier Kategorien: die "Fachebene" (Schwerpunkt Unterrichtsentwicklung), die "Systemebene" (Schwerpunkt Schulorganisation), die "Gruppenebene" (Schwerpunkt Gruppenentwicklung) sowie die "individuelle Ebene der Beraterperson" (Schwerpunkt Persönlichkeitsentwicklung). Unter diesen Bereichen sind einzelne Redundanzen möglich, die zentrale Aspekte betonen.
Darüber hinaus sind besonders auch intuitives Wissen und Erfahrungswissen/ Situationswissen, die ein zielsicheres, adressaten- und situationsadäquates Handeln "aus dem Bauch heraus" ermöglichen, für eine erfolgreiche Beratungstätigkeit von Bedeutung. Dem soll an dieser Stelle Rechnung getragen werden, da es sich nur implizit in die Kategorien integrieren lässt.

In der Dimension "Handlungen" wird die Tätigkeit der Beraterinnen und Berater über die verschiedenen Kompetenzbereiche näher spezifiziert. Dabei wird auf allgemeine Kompetenzbereiche für ein begründetes Handeln zurückgegriffen, wie die Gewinnung von neuen Erkenntnissen, das Anwenden von Wissen, das Kommunizieren von Wissen oder ein Beurteilen durch Wissen. Diese Kompetenzbereiche sind von den naturwissenschaftlichen Standards abgeleitet.
Die genannten Kompetenzen innerhalb der Matrix weisen damit für bestimmte Aufgabenfelder einer Beraterin bzw. eines Beraters einzelne besondere Tätigkeiten ihrer späteren Aufgaben (gegenständlicher wie kognitiver Art) explizit aus.
Diese Auflistung hat ihre Grundlage im Expertenwissen der Arbeits- bzw. Autorengruppe und ist insofern nicht vollständig, sondern auf Ergänzung angelegt. Die Funktion der Matrix liegt somit hauptsächlich in der Verwendung als Planungsraster für die Qualifizierung von Beraterinnen und Beratern für Unterrichtsentwicklung. Darüber hinaus eignet sie sich auch zur Überprüfung bestehender Qualifizierungsmaßnahmen, z.B. im Hinblick auf die Sichtung bisher nicht erarbeiteter Kompetenzen. Auch zur Durchführung einer Evaluation kann die Matrix dienen, wobei dann entsprechende überprüfbare Indikatoren für die jeweiligen Kompetenzen abgeleitet werden müssen.

Formular: Kompetenzmatrix Berater UE leer.pdf

Formular: Kompetenzmatrix Berater UE mit Inhalt.pdf

 

11 KMK Bildungsstandards, http://www.kmk.org/schul/home.htm .
12 Vgl. Oser (1997).
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